Leitsystem & Signage
Ein Leitsystem ist die unsichtbare Architektur eines Gebäudes. Es führt Menschen durch Flure, in Aufzüge, an Empfangstresen, vorbei an Brandschutztüren, hin zum richtigen Konferenzraum. Wer das gut macht, wird nicht bemerkt. Wer es schlecht macht, hört es spätestens an der Pforte. Wir gestalten Leitsysteme, die zur Architektur passen und zur Marke des Hauses, vom Acrylschild mit gefrästen Buchstaben bis zum großen Pylon vor der Einfahrt.
Wo ein Leitsystem entscheidet
Die meisten Leitsysteme entstehen zu spät. Der Bau ist fertig, die Mieter ziehen ein, jemand merkt: Wir brauchen Schilder. Dann werden in zwei Wochen Vinylfolien geklebt und Acrylplatten geschraubt, die mit der Architektur nichts zu tun haben. Das Ergebnis ist ein Gebäude, das wie nachträglich beschriftet aussieht, weil es nachträglich beschriftet wurde.
Wir kommen lieber früher. Idealerweise sitzen wir mit Architektinnen, Innenarchitekten und der Bauherrschaft am Tisch, wenn die Grundrisse noch diskutiert werden. Dann lässt sich die Orientierung in den Raum hineindenken. Welche Sichtachsen führen wohin, wo steht eine Tür hinter der nächsten, wo sind die natürlichen Übergänge. Aus diesen Antworten entsteht ein Wegeleitsystem, das ohne Pfeile auskommt, weil die Pfeile in der Architektur schon angelegt sind.
Was wir konkret machen
Ein typisches Leitsystem-Projekt umfasst eine Analyse der Wege und Sichtachsen, ein Beschilderungskonzept mit Hierarchien (Außenbeschilderung, Etagenleitsystem, Türschild, taktile Beschilderung), die Gestaltung in Anlehnung an die Visual Identity des Hauses, Materialmuster vor Ort, technische Zeichnungen für die Schildermacher und die Produktionsbegleitung bis zur Montage. Wir starten meistens mit einem kurzen Ortstermin oder, bei Neubau, mit den Plänen und einem Markenworkshop. Materialien wählen wir aus echten Proben, nicht aus PDF-Katalogen. Acryl 8mm gefräst sieht anders aus als Aluverbund mit aufgesetzter Folie, beides hat seine Berechtigung, beides muss begründet sein.
Für die Fassadengestaltung ziehen wir externe Statiker dazu, wenn Befestigungen Lasten tragen müssen. Für Eventbranding und temporäre Beschilderung nutzen wir andere Materialien, leichter, demontierbar, manchmal Folie 3M auf Aluverbund. Am Ende bekommt der Auftraggeber ein Leitsystem, das funktioniert, ein Dokument, mit dem jede Hausverwaltung später weiterbauen kann, und ein Gebäude, in dem niemand nach dem Weg fragen muss.
Orientierung als Erlebnis
Ein gutes Leitsystem nervt nicht und fällt nicht auf, es funktioniert. Wir gestalten so, dass Besucher den Weg finden und nicht die Schilder zählen.
Material, das zur Architektur passt
Acryl, Schichtholz, Aluverbund oder gefräste Buchstaben, jede Wahl ist eine Antwort auf den Bau, nicht auf einen Katalog. Wir prüfen Muster vor Ort und sprechen mit Architekten und Schlossern.
Barrierefrei nach DIN 18650
Taktile Schrift, kontrastreiche Pictogramme, klare Lesehöhen, das ist kein Add-on, sondern Teil der ersten Skizze. Wir kennen die relevanten Normen und arbeiten danach.
Skalierbar bei Erweiterung
Ein zweites Stockwerk, ein neuer Mieter, ein zusätzlicher Standort. Das Leitsystem wird so dokumentiert, dass jede Hausverwaltung später ohne uns weiterbauen kann.
Ausgewählte Arbeiten

Leni's Café – Branding
Eine Café-Marke wie eine handgeschriebene Notiz: Aquarell-Speisekarte, Verpackung und Schrift für ein kleines Café.

Velvet Soul Street – Corporate Design
Streetwear-Energie in einem gestickten Wortmarken-Logo: Identity, Verpackung und Stationery für ein Label.
Häufige Fragen
Für einen mittelgroßen Bau, etwa eine Praxis mit zehn Räumen oder ein Coworking auf zwei Etagen, liegen wir typischerweise zwischen 8.000 € und 24.000 € für Konzept, Gestaltung und Produktionsbegleitung. Die Schilder selbst werden direkt beim Hersteller abgerechnet. Den Rahmen klären wir im Erstgespräch, abhängig von Materialwahl, Stückzahl und Komplexität.
Ein typisches Projekt braucht 10 bis 16 Wochen, davon vier Wochen Konzept und Gestaltung, vier Wochen Materialmuster und Freigabe, der Rest Produktion und Montage. Bei laufendem Betrieb planen wir die Montagephasen so, dass Besucher nicht vor einer Baustelle stehen.
Wir übernehmen die Steuerung. Wir holen Angebote von Schildermachern und Schlossereien ein, die wir kennen, prüfen Andrucke und Vor-Ort-Muster und betreuen die Montagetermine. Sie bekommen am Ende ein montiertes Ergebnis, nicht eine Liste mit Lieferantenkontakten.
Wir arbeiten standardmäßig nach DIN 18650 für taktile Beschilderung und berücksichtigen die einschlägigen Vorgaben zu Kontrast, Lesehöhen und Pictogrammen. Wenn ein Projekt nach LBauO oder Brandschutzauflagen besondere Materialien verlangt, klären wir das vor der ersten Skizze.
Ja. Leitsystem-Projekte in jeder Region Deutschlands gehören zur normalen Arbeit. Briefings, Workshops und Freigaben laufen vollständig remote. Für Aufmaß, Materialmuster und Abnahme reisen wir bei Bedarf an, die Termine werden gebündelt.
Projekt starten?
Erzähl mir kurz, worum es geht — in einem 30-minütigen Erstgespräch klären wir, ob und wie wir zusammen arbeiten.