Editorial & Print

Editorial Design ist die langsamste und gleichzeitig konsequenteste Designdisziplin. Eine Broschüre liest sich in 15 Minuten, ein Magazin in zwei Stunden, ein Geschäftsbericht oft monatelang in Auszügen. Wer Editorial Design ernst nimmt, baut keine schöne erste Doppelseite, sondern ein System, das die nächsten 80 Seiten und die nächste Ausgabe trägt. Print Design entscheidet damit nicht über einen einzigen Wow-Moment, sondern darüber, ob Inhalte über Strecke lesbar bleiben und ob die Marke beim Umblättern erkennbar dieselbe ist. Wir gestalten Magazingestaltung, Geschäftsberichte, Broschüren und Bücher mit Blick auf Raster, Bindung und Andruck.

Was Editorial Design wirklich leistet

Ein Raster ist keine Begrenzung, sondern eine Bühne. Es definiert, wo Bilder atmen dürfen, wo Marginalien anfangen, wie Pagination und Kolumnentitel die Orientierung tragen. Wir bauen Raster nicht aus dem Lehrbuch, sondern aus dem Inhalt: ein Magazin mit langen Reportagen braucht andere Spalten als eine Imagebroschüre mit Bildstrecken oder ein Geschäftsbericht mit Zahlenkapiteln. Wir prüfen die längsten Texte und schwierigsten Tabellen, bevor wir das erste Layout zeigen.

Schriftpaarung trägt die Marke über alle Strecken. Eine solide Typografie braucht eine Lese-Antiqua für Fließtext, eine signalstarke Schrift für Headlines und oft eine Mono- oder Display-Schrift für Sonderfunktionen. Wir suchen Kombinationen, die auf 9 Punkt Fließtext lesbar bleiben, in 48 Punkt Headline funktionieren und im Inhaltsverzeichnis nicht auseinanderfallen. Das ist mehr Handwerk als Geschmack, und es entscheidet, ob ein Editorial-Produkt nach drei Jahren noch wirkt.

Wie wir konkret arbeiten

Ein typisches Editorial-Projekt startet mit einer Inhalts- und Umfangsanalyse: Wie viele Seiten, welche Textsorten, wie viel Bildmaterial, welche Tabellen, welche Druckanforderungen. Daraus entwickeln wir Raster, Schriftpaarung und Farbsystem, gestalten zwei bis drei Doppelseiten als Stilrouten und entscheiden dann die Linie. Bei einem Nachhaltigkeitsbericht berücksichtigen wir GRI- oder ESRS-Vorgaben. Bei einer Broschüre für eine Marke kommt die Bildwelt aus der vorhandenen visuellen Identität. Wir begleiten den Andruck, prüfen Farbabweichungen und liefern druckreife Daten plus PDF zur Webnutzung.

01

Ein Raster, das mitdenkt

Ein gutes Editorial-Raster trägt die nächsten zwanzig Seiten, die nächste Ausgabe und den dritten Autoren. Wir bauen Systeme, keine schöne erste Doppelseite.

02

Typografie als Substanz

Schriftpaarung, Mikro-Typografie, Pagination, Marginalien. Editorial Design lebt davon, dass Lesefluss und Hierarchie über lange Strecken funktionieren.

03

Druckreif statt screen-only

Magazingestaltung muss in der Druckerei funktionieren. Wir denken Pantone, Papier und Bindung von Anfang an mit, nicht erst beim Andruck.

04

Für die Zielgruppe gemacht

Ein Geschäftsbericht braucht andere Spannungsbögen als ein Independent Magazin. Wir gestalten je nach Leserschaft, nicht nach Designtrend.

Häufige Fragen

Eine Broschüre mit 16 bis 32 Seiten liegt zwischen 4.500 € und 14.000 €. Ein Geschäftsbericht oder Magazin mit 60 bis 120 Seiten bewegt sich zwischen 12.000 € und 45.000 € abhängig von Komplexität, Bildmaterial und Korrekturschleifen. Den Rahmen klären wir nach Briefing.

Eine Broschüre bis 32 Seiten schaffen wir in 5 bis 8 Wochen. Ein Magazin oder Geschäftsbericht mit 80 bis 120 Seiten braucht 10 bis 16 Wochen, inklusive Redaktion, Bildauswahl und mindestens zwei Korrekturrunden. Bei festen Erscheinungsterminen planen wir den Druckendtermin rückwärts.

Für reine Gestaltung arbeiten wir mit Ihrem Text. Wenn Texte fehlen oder die Linie sich erst formt, vermitteln wir Redakteurinnen und Lektoren, die wir kennen, oder kuratieren den Textprozess mit. Reine Copywriting-Mandate übernehmen wir nicht, aber wir gestalten Text nicht im luftleeren Raum.

Für Magazine arbeiten wir gerne mit Munken Pure, Munken Lynx, Bilderdrucken matt oder Gmund-Papieren. Bei Geschäftsberichten setzen wir oft auf Fadenheftung mit Hardcover oder Klebebindung mit Klappenumschlag. Die Entscheidung folgt der Marke und dem Budget.

Ja. Editorial-Projekte für Marken, Institutionen und Verlage in jeder Region Deutschlands gehören zur normalen Arbeit. Briefings, Redaktionsschleifen und Andrucke laufen remote, Druckabnahmen sind nach Bedarf vor Ort planbar.

Projekt starten?

Erzähl mir kurz, worum es geht — in einem 30-minütigen Erstgespräch klären wir, ob und wie wir zusammen arbeiten.