Magazin Design & Custom Publishing
Ein Magazin ist eines der ehrlichsten Editorial-Formate. Es lässt sich nicht überfliegen wie ein Newsletter und nicht ablegen wie eine Werbebeilage. Wer es in die Hand nimmt, sucht eine längere Lektüre, ein Themenfeld, eine Stimme. Genau deshalb ist Magazin Design weniger Schmuckdisziplin als Architekturaufgabe. Wir gestalten Hefte, die als Gefäß für Inhalt funktionieren und nicht nebenbei als Imagestück durchgewunken werden.
Wie eine Heftarchitektur entsteht
Bevor wir Layouts entwickeln, klären wir den Aufbau. Ein typisches Magazin folgt einer Dramaturgie: das Cover als Anker, der Eröffnungsteil mit kurzen Formaten (Editorial, kurze Notizen, Bildstrecken), der Mittelteil mit der Hauptstrecke (Feature, Reportage, Portrait), und ein Service-Teil am Ende (Termine, Empfehlungen, Impressum). Diese Architektur ist kein Schema, sondern ein Versprechen an die Leserin: hier weiß ich, was kommt. Konkret heißt das: Wir bauen die Heftarchitektur als Vorlage, die in jeder Ausgabe variiert werden kann, ohne dass die Wiedererkennbarkeit verloren geht.
Die Typografie ist im Magazin Design die zentrale Identitätsachse. Eine sorgfältig ausgewählte Schriftkombination (häufig eine charaktervolle Antiqua für den Fließtext, eine markante Grotesk für Headlines und Service-Elemente) trägt den gesamten Auftritt. Größenstaffeln, Achsen, Marginalien und Spaltenbreiten werden so gesetzt, dass auch ein 12-seitiger Feature lesbar bleibt. Hochzeile, Hauptzeile, Vorspann und Bildunterzeile werden im typografischen System mitgedacht, nicht nachträglich angeklemmt.
Bildredaktion und visuelle Konsequenz
Magazine leben von Bildern, aber nicht von Bildmenge. Ein gutes Heft hat eher zehn starke Bilder als sechzig durchschnittliche. Wir arbeiten mit Bildredakteuren, Fotografinnen und Illustratoren zusammen, briefen Bildstrecken auf den Heftbogen ab und kuratieren die Auswahl so, dass die Bildlogik konsistent bleibt. Bei Custom-Publishing-Projekten für Marken bedeutet das oft, dass eine eigene Bildwelt entsteht, die zur Visual Identity passt und gleichzeitig den redaktionellen Anspruch trägt.
In der Produktion folgt ein Magazin der eigenen Logik: oft Naturpapier oder ungestrichenes Werkdruckpapier, klassische Klammerheftung bei dünneren Heften, Klebebindung oder Fadenheftung bei dickeren Ausgaben, manchmal eine Schweizer Broschur für Independent-Titel. Wir arbeiten mit Druckereien, die mit Magazinformaten Erfahrung haben, und begleiten Andrucke. Was wir nicht machen: aus einem Kundenmagazin ein Verkaufsprospekt mit Heftcharakter zaubern. Wer ein Magazin will, braucht Stoff. Sonst eignet sich eine Broschüre besser.
Heftarchitektur, die einen Bogen trägt
Ein Magazin lebt vom Pacing zwischen Cover, Eröffnung, Hauptstrecke und Service-Teil. Wir denken die Dramaturgie vor dem ersten Layout, nicht nebenbei.
Typografische Identität, die wiedererkannt wird
Eine Schriftauswahl mit Charakter und konsequent gezogenes Raster machen aus einem Heft ein Magazin. Inter mit Standard-Größen reicht nicht.
Bildredaktion und Visual Direction
Fotografie, Illustration und Datenvisualisierung werden zur Heftaussage passend kuratiert. Auf Wunsch arbeiten wir mit Bildredakteuren und Fotografinnen zusammen.
Produktion vom Andruck bis zur Auslieferung
Wir kennen Druckereien für klassische Magazinformate, koordinieren Andrucke und sichern Farbtreue. Bindungsarten, Papierwahl und Veredelung passen zum Heft.
Ausgewählte Arbeiten

Velvet Soul Street – Corporate Design
Streetwear-Energie in einem gestickten Wortmarken-Logo: Identity, Verpackung und Stationery für ein Label.

IKEA × AstraZeneca – Konzept
Cross-Brand-Konzept: Wie würde IKEA ein medizinisches Produkt verpacken? Ein konzeptionelles Markenexperiment.

ANNA YUNA – Musik-Branding
Eine Bildsprache, die zwischen Neonlicht und Mondlicht oszilliert — Cover-Artwork und Bühnenauftritt für eine Musikerin.
Häufige Fragen
Ein Heftkonzept mit visueller Identität, Heftarchitektur und Reinzeichnung einer Erstausgabe liegt typischerweise zwischen 6.000 € und 22.000 €. Folgeausgaben ohne komplette Neukonzeption starten bei 3.500 € pro Heft, abhängig von Umfang und Bildaufwand. Druck- und Honorarkosten kommen separat.
Ein neues Magazinkonzept von der ersten Skizze bis zur druckfertigen Ausgabe braucht 8 bis 16 Wochen. Die Heftarchitektur (Aufbau, Hierarchien, Typografie) entsteht in den ersten 4 bis 6 Wochen. Die anschließende Reinzeichnung der Erstausgabe variiert je nach Umfang.
Wenn es eine inhaltliche Substanz gibt, ja. Custom Publishing funktioniert, wenn das Heft tatsächlich Stoff hat, nicht wenn es als Verkaufsbroschüre verkleidet ist. Wir prüfen im Briefing, ob ein Magazin die richtige Form ist oder ob eine [Broschüre](/leistungen/editorial/broschuere-katalog), ein [Newsletter](/leistungen/digital/newsletter-design) oder ein anderes Format besser passt.
Print ist für Magazine nach wie vor der natürliche Heimathafen, vor allem im Independent- und Kulturbereich. Eine digitale Begleitvariante (Microsite, Newsletter, Social-Strecke) ergänzt die Reichweite. Für reine Digital-Magazine arbeiten wir mit anderen Tools (Webflow, CMS-Lösungen), die sich im [Webdesign](/leistungen/digital/webdesign) anbinden.
Ja. Heftkonzeption, Reinzeichnung und Druckbegleitung laufen vollständig remote. Vor-Ort-Termine bei Redaktionssitzungen oder Andrucken planen wir nach Bedarf, deutschlandweit erreichbar.
Projekt starten?
Erzähl mir kurz, worum es geht — in einem 30-minütigen Erstgespräch klären wir, ob und wie wir zusammen arbeiten.