Brand Guidelines & Styleguide
Brand Guidelines sind oft das letzte Dokument, das in einem Markenprojekt entsteht, und das erste, das nach der Übergabe veraltet. Der Grund liegt selten am Designteam, sondern an der Form: zu lang, zu allgemein, zu wenig auf den Arbeitsalltag zugeschnitten. Wir schreiben Manuals, die kürzer sind und länger halten. Konkret heißt das: weniger philosophische Markenfundamente, mehr Anwendungen, mit denen Marketing, Produkt und externe Dienstleister sofort arbeiten können.
Was in ein nützliches Brand Manual gehört
Ein belastbarer Styleguide besteht aus sechs Teilen. Erstens: eine Kurzfassung der Brand Strategie mit Positionierung, Werten und Tonalität auf zwei bis vier Seiten. Zweitens: das Logo mit allen Varianten, Schutzräumen, Mindestgrößen und Don't-Anwendungen. Drittens: das Farbsystem mit Primär-, Sekundär- und Funktionsfarben, inklusive HEX, RGB, CMYK und Pantone, plus Kontrastregeln für Barrierefreiheit. Viertens: Typografie mit Hierarchie, Größenstaffeln, Zeilenabständen und Anwendungsbeispielen. Fünftens: Bildwelt mit Fotografie- und Illustrations-Richtlinien sowie Icon-System. Sechstens: Layout-Prinzipien für Print und Digital, inklusive Templates und kommentierter Beispiele.
Dazu kommt der oft vergessene Teil: ein Governance-Kapitel mit Versionierungsregeln, Freigabeprozessen und Erweiterungspfaden. Wer darf neue Anwendungen freigeben, wann wird das Manual aktualisiert, wo liegt die zentrale Quelle. Diese Fragen entscheiden, ob die Guidelines nach sechs Monaten noch stimmen oder bereits drei nicht autorisierte Logo-Varianten im Umlauf sind.
PDF, Website oder Workspace, welche Form trägt
Die klassische PDF hat Vorteile: druckbar, dokumentierbar, in jeder Mailsignatur verlinkbar. Sie hat Nachteile: nicht durchsuchbar, schnell veraltet, schwer zu aktualisieren. Eine digitale Variante als Mini-Website oder Notion-Workspace löst die Pflege-Probleme, braucht aber initial mehr Aufwand. Für die meisten Projekte empfehlen wir die Kombination: ein gedrucktes oder PDF-basiertes Master-Dokument als Referenz, eine digitale Variante mit Such- und Filterfunktion für den Alltag. Bei kleineren Marken reicht oft ein gut strukturiertes Figma-File.
Wir liefern Brand Guidelines nicht als Abschlussakt, sondern als Anfangspunkt. Im Onboarding zeigen wir dem Team, wie das System gelesen wird, wo der Spielraum liegt und wann Rückfragen sinnvoll sind. Was wir nicht machen: Glossarbroschüren mit philosophischen Markenkonzepten, die nur die Kommunikationsabteilung versteht. Ein Manual ist Arbeitsmittel, nicht Ausstellungsstück.
So kurz wie möglich, so klar wie nötig
Wir schreiben keine 120-Seiten-Pflichtlektüre. Ein gutes Brand Manual hat 30 bis 60 Seiten und beantwortet die Fragen, die im Arbeitsalltag tatsächlich auftauchen.
Do- und Don't-Beispiele, nicht nur Regeln
Regeln ohne Anwendung sind Auslegungssache. Wir zeigen, wie das Logo richtig steht und wie nicht, mit echten Anwendungen aus dem Projekt.
Digital und durchsuchbar, nicht nur als PDF
Auf Wunsch liefern wir die Guidelines als kleine Website oder Notion-Workspace. So findet das Team in Sekunden, was es sucht.
Erweiterbar, ohne das System zu brechen
Wir definieren, wie neue Anwendungen entstehen, wer freigibt und wie Versionen dokumentiert werden. Damit das Manual auch in zwei Jahren noch stimmt.
Ausgewählte Arbeiten

IKEA × AstraZeneca – Konzept
Cross-Brand-Konzept: Wie würde IKEA ein medizinisches Produkt verpacken? Ein konzeptionelles Markenexperiment.

Velvet Soul Street – Corporate Design
Streetwear-Energie in einem gestickten Wortmarken-Logo: Identity, Verpackung und Stationery für ein Label.

Finanzguru – Brand Design
Eine Fintech-Marke, die im U-Bahn-Schacht funktioniert: Kampagnen, Iconografie und Sprachton für Finanzguru.
Häufige Fragen
Ein Styleguide mit 30 bis 60 Seiten, kommentierten Anwendungen und übergebbaren Templates liegt typischerweise zwischen 4.500 € und 12.000 €. Eine zusätzliche digitale Variante als Mini-Website kostet je nach Umfang 2.500 € bis 6.000 € extra.
Wenn das visuelle System steht, sind 4 bis 8 Wochen realistisch. Bei Guidelines, die parallel zu einer neuen [Visual Identity](/leistungen/identitaet/visual-identity) entstehen, ist die Erstellung Teil des größeren Identitätsprojekts.
Beides ist sinnvoll. Ein PDF eignet sich für Druck, Onboarding und externe Dienstleister, eine digitale Variante (Mini-Website, Notion, Confluence) für den Alltag im Team. Für die meisten Projekte empfehlen wir die Kombination.
In der Regel das interne Marketing- oder Designteam. Wir richten den Pflegeprozess bei der Übergabe ein, dokumentieren Versionen und können auf Wunsch jährliche Updates begleiten. So bleibt das Manual lebendig.
Ja. Recherche, Reviews und Übergaben laufen vollständig remote. Vor-Ort-Workshops zum Onboarding des Teams sind nach Absprache möglich, deutschlandweit.
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